S-Bahn statt SUV

Schüler protestieren gegen Elterntaxis, fünf sehenswerte Minuten aus der quer-Sendung im BR vom 21.02.2019:


 
Aktivismus in Deutschland, nur echt mit einer guten Portion “Rasen betreten verboten!”. Dennoch, es gibt mir einerseits Hoffnung, dass mehr und mehr Aktivismus von jungen Menschen kommt, die noch nicht vollständig vom System zersetzt wurden. Andererseits lässt es mich aber auch wieder jeglichen Glauben an die Menschheit verlieren: “Der eine Vater hat uns vor ein paar Tagen noch zugerufen “Fickt euch!” und jetzt zeigt er Daumen rau[f].” – wie absolut kaputt muss man sein, um als erwachsener Mensch, an der Schule der eigenen Kinder so ein Verhalten an den Tag zu legen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem mein Hass auf Autofahrer nicht wächst. Erst heute musste ich beim Laufen zur Seite hüpfen, weil es weiterhin als völlig normal akzeptiert wird, am Steuer das Handy zu nutzen. “Ich war ja nicht schnell.” Fast täglich erlebe ich auf einer relativ engen Straße direkt bei mir zu Hause, wie mein Leben als weniger wichtig eingeschätzt wird als die Unversehrtheit parkender Autos und mich der Spiegel des durchrauschenden Autos fast touchiert während auf der gegenüberliegenden Seite noch ein guter Meter Platz bleibt. Und Ford bewahr, wenn jemand mal ein bisschen abbremsen müsste, um sicherzustellen, dass ich nicht totgefahren werde, falls ich stolpern und stürzen sollte. Am Ende käme man vielleicht 30 Sekunden später an der nächsten roten Ampel an, das wäre natürlich fatal. Oder man müsste sogar extra Schalten, das ist natürlich früh morgens nervig wenn der Coffe2Go-Becher und das Handy eh schon schwierig gleichzeitig zu handlen sind.

PIV sollte geächtet werden und eine, manchmal leider nicht komplett vermeidbare, Schande sein. Was für eine völlig verkehrte Welt, in der stattdessen die meisten Menschen über den ÖPNV die Nase rümpfen.